Benefizkonzert des Ensemble Seconda Vista in der Klosterkirche Erlenbad

Der organisatorische und künstlerische Leiter Rupert Pieper hat es geschafft, für diesen Konzertabend einen musikalischen Leckerbissen zu präsentieren. Dazu gehörten zum einen die ausgewählten Werke und zum andern die nahezu 50 Künstlerinnen und Künstler. Bemerkenswert ist auch, dass die Familie Pieper mit der studierten Cellistin und Ärztin Ursula Pieper sowie mit fünf Kindern im Orchester vertreten war. Teilweise reisten von weither an, alle verzichteten auf Honorar und Kostenersatz, um die wichtige Sozialarbeit in Callao/Peru zu unterstützen. Zu dem gelungenen Abend zählte auch ein begeisterungsfähiges Publikum, welches dem Ensemble als Zugabe noch ein Scherzo von Beethoven abhandelte.

Jonas Rettig, der als Gymnasialschüler bereits ein Musikstipendium für die USA erhielt, glänzte als Solist in dem Oboenkonzert G-Dur von Carl Ditter von Dittersdorf. In Haydns Standardwerk für Trompete zeigte Johannes Ringwald, dass er neben der notwendigen Ringmuskulatur auch über ein hervorragendes musikalisches Einfühlungsvermögen verfügt. Neben ihm überzeugte Holger Lietzenmeier, dass er als junger Trompeter mühelos sowohl die Kunst der leisen Töne als auch die der Tutti beherrscht. Im zweiten Satz erlebten die Zuhörer Haydns eindringliche Bitte um Einigkeit und Friede. Das Orchester unter der souveränen Leitung des Dirigenten Joachim Schoenball schlug so einen Bogen in die Jetzt-Zeit.

Max Bruch hat mit seinem Violinkonzert G-Moll ein Werk geschaffen, mit welchem dem Solisten Rupert Pieper die Gelegenheit geboten war, seine Virtuosität zu demonstrieren. Rupert Pieper suchte diese Gelegenheit und nahm sie wahr. Vier Sätze lang brillierte er auf seiner Violine und bot vor allem im zweiten Satz einen Höhepunkt des Konzertabends. Mit seinem Spiel zog er die Zuhörer von einem lyrischen Kantilenenspiel mit nachfolgenden dynamischen Steigerungen in seinen Bann. Bei diesem Werk waren auch die Bläser in besonderer Weise gefragt, mussten sie sich doch sehr engagiert und feinfühlig mit der Kunst der leisen Töne am Gesamtwerk beteiligen. Jürgen Bruder, Musiklehrer an der Heimschule Lender, meisterte zusammen mit den Posaunen und Hörnern auch diese Herausforderung.  Der Abschluss des Abends war Franz Schubert und seiner Sinfonie Nr. 8 H-Moll vorbehalten. Diese Sinfonie heißt „Die Unvollendete", weil Schubert nur zwei Sätze dafür geschrieben hat. Möglicherweise hat er keinen dritten und vierten Satz geschrieben, weil er all seine Intentionen bereits in den ersten beiden Sätzen verwirklicht sah. In diese steckte auch das Ensemble Seconda Vista alles rein, was reinging: Düster klingende Klangbilder für Klarinette und Oboe im ersten Satz sowie ein pompöses Fortissimo gegen Ende dieses brillanten Werkes.

 

Oboenkonzert
Schubert
2015 Programmfolge
Violinkonzert
2015 Beschreibung der Werke
hp_werkbeschreibung.pdf (pdf) hp_werkbeschreibung.pdf [33.2 kB]
Trompetenkonzert
 
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