hl. Dreifaltigkeit

 

Die Geschichte der Entstehung der Wallfahrtskirche

Bis zum Jahre 1844 gehörte Sasbachwalden zur alten Mutterpfarrei Sasbach (wie Unzhurst, Gamshurst, Lauf und Obersasbach). Den Bemühungen des Erzbischofs Ignaz Demeter, der aus seiner Pfarrerszeit aus Sasbach von 1818 bis 1833 die beschwerlichen Verhältnisse aus eigener Erfahrung kannte, haben es die Sasbachwaldener zu verdanken, dass der Großherzog am 29. September 1836 zu genehmigen geruhte:

1. dass in Sasbachwalden eine neue Pfarrei errichtet, und zu diesem Zwecke

2. die Dreifaltigkeitskirche aus Sasbach-Hochfelden mit dem dazugehörenden Mesnerhäuschen abgebrochen und nach Sasbachwalden transportiert werde.

Was hatte es mit jener Dreifaltigkeitskirche in Sasbach auf sich?

Fromme Hirtenknaben sind der Legende nach die Begründer der Wallfahrt zur hl. Dreifaltigkeit in Sasbach-Hochfelden. So wird erzählt: als Hirtenknaben ihre Herden hüteten, da flog eines Tages ein Vöglein über sie weg, das ein weißes Blatt in seinem Schnabel trug und gerade über sie. herabfallen ließ. Voll Staunen hoben sie es auf und erkannten auf demselben ein Bild der Heiligen Dreifaltigkeit mit der Krönung Mariens. Sie hefteten dieses Bild an einen Baum und begannen davor zu beten. Bald kamen Kinder und Erwachsene aus dem Dorf, das Bild zu sehen und zu verehren. Um es zu schützen vor den Einflüssen der Witterung, bauten sie in primitiver Weise aus Asten und Zweigen eine kleine Kapelle - der unscheinbare Anfang der später mächtig aufblühenden Wallfahrt.

Am 2. Juli 1695 wurde mit dem Bau einer Kapelle begonnen, die infolge der aufblühenden Wallfahrt mehrmals erweitert und 1710 zum Fest der Heiligen Dreifaltigkeit einen neuen herrlichen barocken Hochaltar, Kanzel und Beichtstühle durch den berühmten Bildhauer Philip Winterhalder aus Gengenbach erhielt (er bekam dafür 500 Gulden in Goldgeld).

Bis zum Jahre 1803 wurde die Wallfahrt von drei Benediktinermönchen, die zum Kloster Schuttern gehörten und die Pfarrei Sasbach betreuten, mit versehen. Daran erinnern die beiden Mönchsfiguren auf dem Hochaltar: der hl. Benedikt und der hl. Gallus. In diese Zeit fällt der Höhepunkt der Wallfahrt.

Die Zeit der Aufklärung und die napoleonischen Kriege und Plünderungen brachten den Niedergang. Es wurde kein Gottesdienst mehr in der Kirche gehalten und sie verwahrloste zusehends, „ein Tummelplatz für junge Leute, die sich dort in den Wirtschaften unterhalten". Das Ordinariat von Freiburg verlangte vom Ministerium den Abbruch der „schädlichen" Dreifaltigkeitskirche. Am 16. Oktober 1842 wurde morgens die letzte heilige Messe in der Wallfahrtskirche gehalten, hierauf begann der Abbruch. Die Grundsteinlegung der neuen Pfarrkirche in Sasbachwalden erfolgte am 22. Mai 1842. Der Jubel in Sasbachwalden war groß, da man nicht nur eine prächtige Ausstattung für die Pfarrkirche erhielt, sondern zugleich auch die Wallfahrt zur Heiligen Dreifaltigkeit übertragen bekam. Die feierliche Einweihung der Kirche erfolgte am 08. Mai 1844.

2. Beschreibung der Pfarr- und Wallfahrtskirche

Die Kirche ist in einfachem romanischem Stil, dem sogenannten Weinbrennerstil, unter der Leitung des Architekten Mors aus Rastatt, in den Jahren 1842 bis 1844 erbaut. Das absolute Kleinod der Kirche ist der Hochaltar aus der Zeit des besten Barock. Den Mittelpunkt bildet die Heilige Dreifaltigkeit mit der Krönung Mariens nach dem legendenhaften Bild, das den Hirtenknaben zufiel und in derselben Ausführung, wie es auf einem alten Ölgemälde von einem früheren Altar noch erhalten ist im Gasthaus „Zur Krone" neben der ehem. Wallfahrtskirche zu Sasbach-Hochfelden. Die Gruppe ist ein Meisterwerk der Barockschnitzerei, im Gesichtsausdruck und Haltung voller Leben und Dynamik.

Auf der Epistelseite (rechts) steht in Lebensgröße der heilige Augustinus, einer der großen Kirchenlehrer (gestorben 430), der am tiefsinnigsten über das Leben der hl. Dreifaltigkeit geschrieben hat. Unter der schönen, hochragenden Figur sehen wir den legendären Engel mit dem silbernen Löffel, mit dem er eher das ganze Meer in eine kleine Sandgrube schöpfen, als Augustinus mit seinem Verstand das Geheimnis der Dreifaltigkeit erfassen könne. Auf der anderen Seite steht der hl. Ambrosius (gest. 397), der in Wort und Schrift das Dogma der Dreifaltigkeit gegen die Irrlehrer der Arianer verteidigte. Er war auch das auserlesene Werk Gottes zur Bekehrung des hl. Augustinus.

In der oberen Nische des Altares steht in schöner Ausführung die heilige Familie. Die Familie, bestehend aus Vater, Mutter, Kind, die durch das Band der Liebe und durch die körperliche Gemeinschaft des Blutes zu einer Einheit zusammengeschlossen sind, ist das schönste irdische Abbild der Heiligen Dreifaltigkeit.

Über den beiden Altarsäulen erheben sich die zwei Heiligen im Ordensgewand des hl. Benedikt, wohl Benedikt selbst und der heilige Gallus. Der Grund liegt darin, dass Benediktiner von Schuttern über 100 Jahre die Wallfahrt in Sasbach-Hochfelden besorgten.

Hoch oben, den Altar überragend, erhebt sich die Prachtfigur St. Michael mit Waage und Schwert. In der einen Waagschale eine arme Seele, in der anderen Waagschale ein schwerer Stein, unter ihr zieht ein kleiner schwarzer Teufel. Die Waage ist das Sinnbild der Gerechtigkeit. St. Michael gilt als Führer der Seelen zum Gericht Gottes.

Besondere Erwähnung verdient die Pieta auf der linken Seite, ein herbes, bäuerliches Schnitzwerk, das im oberitalienischen Raum gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstand. Auffallend zart geschnitzt ist der leicht nach vorn geneigte Kopf Jesu. Hier begegnet uns Maria im tiefsten Leid ihres Lebens, dort auf dem Hochaltar sehen wir sie in der Vollendung des Himmels.

Die einzige Statue, die uns noch aus der alten Wallfahrtskirche übrigblieb, ist die des heiligen Rochus, der obwohl Sohn reicher Edelleute, alles verkaufte und viele Pestkranke heilte, bis er selbst schwer erkrankte. Ein mitleidiger Hund kam alle Tage zu seiner Hütte, brachte ihm ein Stückchen Brot und leckte seine Wunden.

Im Jahre 1906 wurden die alten Kirchenfenster entfernt und durch neue Glasgemälde ersetzt. Wie eine lebendige Predigt stellen sie uns die acht Seligkeiten vor Augen, jeweils durch einen vorbildhaften Heiligen illustriert.

Das Orgelgehäuse ist dem barocken Hochaltar stilgerecht angepasst nach dem Muster der Wallfahrtskirche von Zell am Harmersbach.

Die Glocken: Die ersten Glocken fielen schon dem ersten Weltkrieg zum Opfer. Der Zweite Weltkrieg forderte ebenfalls seinen Tribut. Übrig blieb nur das kleine Wallfahrtsglöcklein, das dem ersten nachgebildet ist. Es läutet nur zum Beginn des Dreifaltigkeitsfestes einmal im Jahr und trägt die Inschrift: „Wallfahrtsglöcklein lieb und klein, ladest die Pilger zum Beten ein".

Ende 1948 erhielt die Gemeinde unter Pfarrer Joseph Reichenbach vier neue Glocken aus der Glockengießerei Albert Junker in Brilon mit den Tönen fis - gis - as - cis. Der innenharmonische Aufbau dieses Geläutes zeigt ein sehr befriedigendes Klangbild. Glocken sind Gottes Stimme, die uns zum Gebet und zur Besinnung rufen. Sie sind aber auch Stimme der Heimat, die aufs engste verbunden ist mit den frohen und schweren Ereig­nissen im Leben der Menschen dieser Gemeinde.

Dreifaltigkeitsglocke (15 Ztr. schwer): "Lob, Preis und Dank sei jetzt und alle Zeit der heiligsten Dreifaltigkeit".

Herz Jesu Glocke (11 Ztr. schwer): "Dem Herzen Jesu singe in heiligem Liebesdrang, durch alle Wolken dringe der laute Jubelklang."

Muttergottesglocke (8 Ztr. schwer): "Alle Tage sing' und sage Lob der Himmelskönigin."

St. Josefs Glocke (5 Ztr. schwer): "Nach Kriegesnot in schwerer Zeit, St. Josef auch unser Hel­fer bleib'."

In den Jahren 1971-74 wurde die Kirche unter Pfarrer Herbert Zimmermann einer vollständigen, gut gelungenen Renovation unterzogen. Taufbecken, Ambo und Zelebrationsaltar mit vier Opferszenen aus dem Alten Testament sind Schöpfungen des Bildhauers Josef Henger aus Ravensburg.

Ebenso im Jahre 2000 wurde die Kirche unter Pfarrer Bernhard Siegel nochmals einer Renovation unterzogen. Neben einem neuen Anstrich wurden auch ein alter Kreuzweg und viele Figuren restauriert und in der Kirche angebracht.

 
 Kirche Sasbachwalden Aussenansicht
 

Kirche Sasbachwalden innenansicht