Zukunftswerkstatt
Neue Wege - der etwas andere Gottesdienst
Am Samstag, den 29.2.2020 um 18:30 Uhr feiern wir in St. Antonius Sasbachried wir gemeinsam zum Thema: Mensch wo bist du? Vom Fasten und Finden.
Diese Mal steht das Hungertuch des Künstlers Uwe Appold im Mittelpunkt. Das Hungertuch und eine kurze Erklärung finden Sie in der Fastenzeit in allen Kirchen der Kirchengemeinde- Lauf-Sasbachtal. Herzliche Einladung zu diesem Gottesdienst.
Den nächsten Neue Wege Gottesdienst feiern wir am 17. Mai um10:30 Uhr in St. Brigitta, Sasbach
Zukunftswerkstatt in Sasbachwalden (Acher-Bühler-Bote 13.11.2017)
Gottesdienste mit einem konkreten Thema in einer verständlichen Sprache, bewusste Hinwendung zu Hilfsbedürftigen und ehrenamtliches Engagement ohne Last und Frust – das wünschen sich die Katholiken der Seelsorgeeinheit Lauf-Sasbachtal.
„Ist die Kirche ein Laden, der bald schließt?” Das fragte sich einer der 81 Männer und Frauen, die sich am Freitag und Samstag an der Zukunftswerkstatt für ihre Kirche vor Ort beteiligten. Im Kurhaus Zum Alde Gott in Sasbachwalden zeichneten Schauspielerinnen auf humorvolle Weise tatsächlich erst einmal ein düsteres Bild von den pastoralen Angeboten der Zukunft: eine einzige Seelsorgeeinheit von Achern bis ins hintere Renchtal, Sammeltrauungen im Freiburger Münster, weniger Kirchen, Mesner am Rollator und Automaten, die die Beichte abnehmen. Das kann doch keiner wollen, oder?
Dass es ihnen nicht egal ist, wie die Zukunft aussieht, bewiesen Laien aus Sasbach, Obersasbach, Sasbachwalden, Sasbachried und Lauf sowie Vertreter des Klosters Erlenbad. Schwester Rita Eble brachte es auf den Punkt: „Die Kirche ist im Umbruch und den gilt es zu gestalten.”
Seine Vorurteile überprüfen und ein besseres Gefühl von dieser Seelsorgeeinheit gewinnen, das wollte ein Teilnehmer. Am Ende kommentierte ein anderer: „Ich bin mit wenig Erwartung hergekommen. Aber jetzt bin ich begeistert.” Pfarrer Jens Bader und der Steuerungsgruppe für diesen Workshop ging es genau darum. Sie wollten eine Aufbruchstimmung erzeugen und den Wünschen der Gläubigen Raum zu geben.
„Ich war überrascht vom guten Zuspruch und der unglaublichen Kreativität”, sagte Pfarrer Bader nach vielen Stunden intensiver Gemeinschaft: „Und mich berührt es zu wissen, dass die Kirche vielen Menschen am Herz liegt und wir nicht alleine unterwegs sind.”
Einer großen Baustelle glich der Rieslingsaal des Kurhauses, den die Gemeinde Sasbachwalden zur Verfügung stellte. Die Zukunft der Kirche erst zu erdenken und dann daran zu bauen, das wünschte sich die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Agnes Fartaczek. Aus der Bestandsaufnahme und den Anliegen der Teilnehmer, die am ersten Abend zusammengetragen wurden, bildeten sich am Samstag Themengruppen. Dafür hatte die Steuerungsgruppe zusammen mit Organisationsberater Meinrad Bumiller aus Waldkirch bis Mitternacht die Vorbereitungen getroffen.
Gottesdienste, die moderne Menschen ansprechen, das stellte sich als großes Anliegen heraus. Wunschelemente der Zukunft sind nicht nur bei der Jugend: moderne Lieder statt „alter Schinken”, mehr Erklärungen für die Symbole, das Reden über Schicksale von heute anstatt über die Übel aus biblischer Zeit und flexiblere Sitzmöglichkeiten ohne Kirchenbänke. Mehr Unterstützung und Wertschätzung für Ehrenamtliche lag auch vielen am Herzen. Es gebe „sauviel Arbeit und wenig Leute”, beklagte eine Teilnehmerin. Dabei habe jeder Talente, um sich einzubringen und „ohne Ehrenamtliche könnten die Hauptamtlichen einpacken.”
Mehr Vernetzung, mehr Austausch, mehr Gemeinsamkeiten sowie der bewusste Blick auf Jesus Christus und auf Menschen in Not wurden als Bedürfnisse genannt. Deutlich wurde außerdem: Der christliche Glaube soll in der Seelsorgeeinheit weiter gelebt, nach außen gezeigt und so für viele erfahrbar werden.
Text und Foto: Michaela Gabriel
Aus der Austauschrunde am Freitagabend entstanden folgende Fragestellungen:
1. Wie können wir gewachsene lokale Traditionen, mit der neuen Form der Kirchengemeinde/SSE verbinden? (Lokal – Gemeinsam(z.B. Fronleichnam), Räume, Gemeinschaftserlebnisse, Beheimatung….)
2. Wie können wir Gottesdienste feiern, die uns als moderne Menschen ansprechen? (Sprache, Lebensbezug, Gottesdienstformen, Musik….)
3. Welche Unterstützung brauchen die vielen Ehrenamtlichen in unserer Seelsorgeeinheit? (Wertschätzung, Kompetenzen, Mitbestimmung….)
4. Wie können wir eine begleitende Seelsorge für schwere Lebenssituationen leisten? (Trauer, Krankheit, Not, Scheidung….)
5. Wie erreichen wir mit unseren Angeboten die Menschen im Lauf-Sasbachtal? (Öffentlichkeitsarbeit, Transparenz, Vernetzung, neue Medien….)
6. Wie bringen wir Glauben ins Gespräch – innerhalb und außerhalb der SSE? (Glaube und Naturwissenschaft, Austausch, neue Räume für den Dialog…)
Diese sechs Themenbereiche und ein eigener Jugendtisch arbeiteten die Teilnehmer kreativ an Ideen und Vorschlägen für die Weiterarbeit in der Seelsorgeeinheit.
