
Quelle: Peru

Quelle: Peru
Ohne Hunger lernt es sich besser, kurzer Bericht über die Videokonferenz zwischen Callao und dem Perukreis Lauf
Am 21. Januar 26 gab es mal wieder ein virtuelles Treffen im Rahmen der Perupartnerschaft zusammen mit unseren Freunden in Callao in der Pfarrei San Juan Bosco.
Das Dolmetschen übernahm dankenswerter Weise unser ehemaliger Pfarrer Tibor Szeles von seiner jetzigen Pfarrei in Peru in San Juan de Lurigancho, in der er neben den organisatorischen Aufgaben der übergeordneten Partnerschaftsarbeit der Erzdiözese Freiburg mit Peru arbeitet.
Im Josefshaus nahmen Klaus und Gerhild Sauer, Martha Horcher, Marita Ott, Christoph Skrowonek, Diakon Reinhard Späth und Stefan Klüber teil, zugeschaltet per Video war Ursula Pieper.
Stefan Klüber, als Sprecher des Perukreises Lauf begrüßte die Teilnehmer und richtete einen Gruß von Pfarrer Werner Bauer aus, der aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Er bedankte sich bei Mercedes Cuento, die in Callao die Organisation übernommen hat. Einen herzlichen Dank richtete er auch an die virtuell zugeschalteten Betreuerinnen der Comedores und Mitglieder der Partnerschaftsgruppe in Callao: „Wir sind sehr froh und dankbar, dass es zuverlässige und engagierte Menschen in der Pfarrei San Juan Bosco in Callao gibt, mit denen wir freundschaftlich verbunden sind. Danke für euer Engagement“. In einer kurzen Erklärung stellte er die Veränderungen zu neuen Großpfarrei St. Cyriak Achern-Renchtal dar. Auch bezüglich der Zusammenarbeit mit der Verrechnungsstelle gibt es neue Vorgaben dadurch kam es bedauerlicherweis im letzten Jahr zu Verzögerungen und einer Doppelbuchungen bei der Überweisung der Zuwendung. Da unser Perukreis durch fleissige Spender und Benefizkonzerte bisher gut gefördert wurde, ist die weitere regelmäßige Unterstützung der Partnerpfarrei mittelfristig gesichert.
Anschließend stellte sich der neue Pfarrer der Pfarrei San Juan Bosco, Padre Dante Mendoza Pauta SDB vor. Er kommt aus dem Salesianer-Orden, war vorher in der Bildung tätig und ist jetzt neu in der Seelsorge in der Pfarrei San Juan Bosco eingesetzt. Er freut sich auf die Zusammenarbeit in der Perupartnerschaft und bedankte sich für die langjährige finanzielle Unterstützung aus Lauf.
Danach stellte sich Paula Magellanes vor, die zusammen mit Ana María Mori im Casa de Acogida ca 20 Jugendliche betreut, mit Essen, Hausaufgabenbetreuung und Katechese.
Im Comedor Juanito Bosco sind María Arroyo Chávez und Mercedes Cueto Cáceres aktiv. Maria arbeitet auch im Leitungskreis und kümmert sich schon lange um die Finanzen und Mercedes ist seit Beginn verantwortlich für die Gesamtorganisation der gesamten Partnerschaftsgruppe in Callao.
Rosario Segovia betreut momentan im Oratorio Domingo Savio im Stagteil Puerto Nuevo Kinder während der Ferien in der Sommerschule täglich von Montags bis Samstag.
Im Oratorio Miguel Magone Stadteil Frigorífico ist Flor Rengifoist zuständig, dort kommen Sonntags 20 Kinder von 13:00 bis 17:00 Uhr zur Betreuung.
Anschließend berichtete Padre Dante über die Situation vor Ort. In Callao selbst sind 1,2 Millionen Gläubige zu betreuen, davon sind 21% unter 14 Jahren. Die Lage vor Ort wird durch die extreme Armut geprägt. In Peru selbst ist ein wirtschaftliches Wachstum zu verzeichnen, davon kommt bei den einfachen Menschen nichts an, die soziale Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander. Die Arbeitslosigkeit ist besonders bei der älteren Bevölkerung extrem hoch aber bei den Jüngeren sieht es auch nicht viel besser aus. Es gibt viele Familien, die von Zuwendungen leben, die sie von Familienmitgliedern, die im Ausland leben, bekommen. Neben der Arbeitslosigkeit und extremer Armut machen die weit verbreitete Drogenproblematik und die dadurch extrem hohe Kriminalität und Unsicherheit den Bewohnern schwer zu schaffen, man weis nie, wann man überfallen wird. Die Aufgabe und Herausforderung der Kirche und Pfarrei vor Ort ist es, in dieser schlechten Zeit, hier ein Licht und moralischer Gegenpol zu sein. Besonders wichtig ist hier die Bildung, die narürlich auch finanziert werden muss. Besonders herausfordernd ist die soziale Lage in Puerto Nuevo und Frigerifico, deshalb gibt es dort täglich kirchliche Angebote. Taufvorbereitungen, Erstkommunion und Firmung gehören dazu. Auffallend ist, dass es immer weniger kirchlichr Trauungen in Peru gibt. Im letzten Jahr war es nur eine einzige. Auch der Priesternachwuchs in Peru wird weniger, die Altersstruktur im Orden der Salesianer steigt immer weiter. Auch die finanzielle Situation der Pfarrei ist nicht einfach, es ist schwierig, die fest angestellten Mitarbeiter zu finanzieren. Dies wird durch das ehrenamtliche Engagement von Freiwilligen etwas ins positive Licht gerückt. Besonders die älteren ehrenamtlichen Helfer kümmern sich um die Katechese, den Jüngeren ist dies nicht mehr so wichtig. Schwierig ist auch, dass viele nur das reine kirchliche Angebot mit Gottesdiensten nutzen aber wenige Sensibilität für die anderen sozialen Aufgaben der Kirche haben. Hier versuchen sie in Callao Menschen zu finden und auszubilden, sich in den Gebiete wie Bewahrung der Schöpfung und soziale Gerechtigkeit zu engagieren.
Von den Anwesenden der Videokonferenz in Lauf wurden viele Parallelen zu den Herausforderungen und Problemen erkannt wie sie auch in Deutschland zu finden sind.
Marita Ott freute sich über das wiedersehen und bedankte sich ebenfalls für das langjährige Engagement über 25 Jahre und die herzliche Freundschaft die sich daraus entwickelt hat und heute noch bestehen. Sie erinnert sich mit großer Freude an die gemeinsamen Besuche und den persönlichen Austausch, diese haben einen wichtigen Anteil daran.
Stefan bestätigte, dass Interesse an einem Besuch in der Partnerpfarrei besteht es aber Sorgen wegen der Sicherheitslage, besonders wegen der bevorstehenden Wahlen in Peru hat.
Pfarrer Tibor informierte darüber, dass Erzbischof Burger mit einer Delegation im Juli anlässlich des 40 jährigen Bestehens der Perupartnerschaft nach Peru reist. Er empfiehlt, erst diese Reise abzuwarten, und auf Basis dieser Erfahrung zu entscheiden.
Padre Dante sprach eine herzliche Einladung aus, er würde sich über den Besuch einer Delegation aus Lauf freuen.
Die politsche Situation, so Padre Dante weiter, ist eine kritische Konstante und ist viel durch Korruption geprägt. Ökonomisch geht es in Peru aufwärts, die peruanische Währung ist die stabilste in Südamerika. Das wirtschaftliche Wachstum kommt aber bei der Bevölkerung wegen der weit verbreiteten Korruption nicht an. Dies führt zu sozialen Spannungen, hier versucht die peruanische Kirche, auch mit Unterstützung der Perupartnerschaft mit Deutschland, entgegenzuwirken.
Besonders schlimm sind momentan die Schutzgeld-Erpressungen, insbesonders für die Transportfirmen in Peru, das ist auch ein Thema am Ort, wo Pfarrer Tibor tätig ist. Hier gibt es öfters Demonstrationen auch in Lima dagegen.
Auf Rückfrage von Marita berichtet Pfarrer Tibor über seine Aufgaben in Peru. Er arbeitet zur Hälfte in der Pfarrei San Juan de Lurigancho am Rande von Lima, wird ab Ende des Jahres die Aufgaben von Jürgen Huber übernehmen als Leiter des Partnerschaftsbüros und Sekretär des Consejo Nacional Lima
Ursula Pieper erklärte, dass sie, trotz Wegzug aus Lauf hofft weiterhin mit dem Ensemble Secunda Vista Benefizveranstaltung zugunsten Peru durchführen zu können.
Pfarrer Dante bedankte sich nochmals für die Unterstützung und hofft, dass es mit einem Besuch in Peru aus Lauf bald klappen wird.
Mercedes hätte sich gewünscht, dass beim Besuch von Erzbischof Burger im Juli auch jemand aus unserer Partnerschaft mit dabei wäre. Das ist aber leider nicht möglich, da bereits 15 andere Partnerschaftsmitglieder in der Delegation mitfahren. Aber Pfarrer Tibor wird unsere Partnerschaft beim Besuch vertreten. Mercedes informierte auch, dass es dann ein zentrales Treffen aller Perupartnerschaften in Lima mit über 200 Mitglieder geben wird.
Mercedes führte auch aus, dass die regelmäßige Unterstützung aus Lauf und der persönliche Austausch motiviert sich ehrenamtlich im Sinne von Don Bosco für die Schützbedürftigen zu engagieren und weiterzumachen. Dafür bedankte sie sich nochmals ganz herzlich. Das bestätigte auch María Arroyo Chávez.
Stefan Klüber bittet weiterhin um aktuelle Informationen und Fotos, auch interessieren wir uns für persönliche Geschichten, Schicksale und Namen von den Kindern und Jugendlichen. Das interessiert auch unsere Spender und wir können über die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen persönlicher informieren.
Pfarrer Tibor erinnert sich gerne an seine Zeit in der Pfarrei in Lauf zu Anfang seiner priesterlichen Tätigkeit. Deshalb unterstützt er uns auch weiterhin gerne in der Perupartnerschaft.
Im Anschluss ging man zum gemütlichen Teil über, es gab es noch lange lockere Gespräche über die vergangenen Zeiten, bisherige Besuche und Gäste und über allgemeine Themen. Auch die Hochachtung über das ehrenamtliche Engagement bei der Betreuung der Kinder und Jugendlichen , der Essenszubereitung für Bedürftige wurde mehrfach an die Partner in Callao hervorgehoben. Die Einladung nach Callao wurde nochmals ausgesprochen auch zu einem traditionellen Ceviche-Essen.
Nach über 2 Stunden verabschiedeten sich langsam die ersten Gäste, Flor Rengifo gibt in ihrem Comedor einen Nähkurs, die Kursteilnehmer warteten schon. Padre Dante hat sich über das Kennenlernen gefreut und hofft dass es mit einem Besuch klappt.
