2020 Gemeinsame ZOOM-Videokonferenz mit Callao

Am 16.12.2020 fand eine weitere Videokonferenz über ZOOM mit unseren Partnern in Callao statt.
Seitens des Perukreises Lauf nahmen Klaus und Gerhild Sauer, Rose Marie Wiarda, Martha Zimmer, Heinrich Richter, Martha Horcher, Marita und Karlheinz Ott und Stefan Klüber teil. Aus Callao nahmen vom Partnerschaftskomitee Mercedes Cueto, Maria Arroyo, Paula Magallanes,  Anna Maria Mori , Pierre Vizcarra und Padre Pedro Dabrowski  teil. Für das Dolmetschen war Celia Poch zuständig.
Begonnen wurde gemeinsam mit dem Partnerschaftslied und dem Partnerschaftsgebet, einmal auf Spanisch und einmal auf Deutsch.
Zu Beginn bedankten sich Paula  und Padre Pedro für die Unterstützung der Comedores in Callao. Sie finden es gut, dass man sich in diesem Format zusammengefunden hat, um sich gemeinsam gegenseitig zu unterstützen.
In den Comedores werden außerhalb der Zeit der Pandemie Kinder und Schüler neben Essen auch  in der Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung unterstützt. Viele Kinder haben ihre Eltern nicht bei sich, sie wohnen bei Großeltern, Tanten oder Onkel, die sie oft nicht unterstützen können.
Auch Pierre, als Vertreter der jüngeren Generation aus dem Comedor in Frigerifico bedankte sich im Namen der Kinder. Manche Familien haben einfach nicht genügend Geld, um ihren Kindern regelmäßig Essen zu kaufen.
Maria, die schon zu Besuch in Lauf war, freute sich, viele Bekannte aus Lauf wiederzusehen. Auch sie hilft vor Ort den Kindern, die es momentan nicht leicht haben.
Mercedes, ebenfalls durch einen Besuch in Lauf bekannt, betonte, dass sie die Mitglieder der Peru-Partnerschaft immer in ihrem Herzen trägt. Sie freute sich sehr, uns Alle zu sehen: Durch die Hilfe aus der Partnerpfarrei in Lauf können sie vor Ort den Kindern helfen, dies ist besonders in der Zeit der Pandemie wichtig.
 
Danach begann ein Gesprächsrunde zu der aktuelle Situation vor Ort.
Mercedes berichtete, dass es im Moment sehr schwer für sie ist, manche sagen, dass die Pandemie alles verändert hat. Viele Bekannte und betreuten Kinder haben Personen aus dem persönlichen Umfeld verloren, aber man versucht, immer wieder aufzustehen. Eltern und Betreuungspersonen haben ihre Arbeit verloren. Deshalb war es wichtig, den Kindern zu Weihnachten eine Freude zu machen.  AM 15. Dezember wurden die Geschenke verteilt. Alleine der Blick in die Augen der Kinder und ihre Freude über die Geschenke machen allen Aufwand für die Unterstützung wett.
Auch wenn man momentan vor Ort nur wenig tun kann ist es erfüllend für das ganze Team, wenigstens ein bisschen zu unterstützen. Viele Eltern und Betreuungspersonen haben momentan keine Arbeit, deshalb ist die Unterstützung wichtig.
Auch Paula, die Vorsitzende der Damas Salesianas (Laienorganisation der Ordensfamilie) in Callao berichtete, dass viele Eltern der betreuenden Kinder momentan keine Arbeit finden und deshalb Geldprobleme haben. Ein Mädchen im Comedor hat sogar ihre Mutter verloren. Sie sind sehr dankbar für das Essen, viele sagen sogar, das ist ein Geschenk des Himmels. Das größte Problem vor Ort ist momentan wirklich die Ernährung.
Da momentan die Comedores geschlossen sind, wurde deshalb eine Essensausgabe eingerichtet,  dadurch lernt man momentan nicht nur die Kinder selbst kennen, sondern auch ihre Eltern oder Verwandten.
 
Im Namen des Perukreises Lauf bedankte sich Stefan Klüber für die aufopfernde Arbeit vor Ort in Callao. Wir haben großes Vertrauen, dass die Spenden richtig verwendet werden.
 
Padre Pedro berichtete, dass seit Mitte November die Kirchen wieder geöffnet sind, mit maximal 30 % Auslastung und weiteren Vorsichtsmaßnahmen. Ansteckung erfolgt nach seiner Einschätzung vor allem auf den Märkten und im Supermarkt, dort sind die Menschen sehr leichtsinnig. Auch von seitens der Kirche wird hier zur Vorsicht aufgerufen, um Ansteckungen zu vermeiden. 
Neben der Pandemie gibt es auch politisch ein großes Durcheinander in Peru. Innerhalb von 5 Tagen hatte das Land 3 Präsidenten und die Zusammensetzung des Kongresses ist nicht besonders gut. Momentan herrscht Wahlkampf, es werden populistische Zusagen gemacht und Bilder gezeichnet, die unrealistisch zu erreichen sind. Dadurch sinkt auch die Glaubwürdigkeit von Peru in der westlichen Welt,  man erwartet deshalb auch Probleme bei der Verteilung des Impfstoffes.
Wichtig ist ihm, dass er detailliert nachweisen kann, wofür die Spendengelder verwendet werden, um transparent zu sein. Alle Spendengelder laufen über ein Bankkonto, deshalb kann jederzeit eine Kontrolle erfolgen. Außerdem gibt es eine Jahresbilanz. Als zuständiger Pfarrer muss er verstehen, was auf den Konten vor sich geht und wofür das Geld verwendet wird. Leider gab es in der Vergangenheit auch Fälle, wo Geld veruntreut wurde. Deshalb ist er sehr vorsichtig.
In diesem Zusammenhang wurde von Marita nochmal darauf hingewiesen, dass aus diesem Grund auch ein Vier Augenprinzip eingeführt wurde, mit der Tesorera (Kassiererin)  der Grupo Aleman vor Ort.
Gerhild berichtete, dass die Spendengelder zentral zum Erzbischöfliches Ordinariat nach Freiburg überwiesen werden und von dort gesammelt zur deutschen Gemeinde nach Lima überwiesen werden. Von dort wird es dann in die jeweiligen Partnergemeinden verteilt.
 
Nach Information von Paula ist eine detaillierte Kassenführung nötig. Jeder Comedor wird einzeln abgerechnet.
Außerdem gibt es am Jahresende zusätzlich eine Kassenüberprüfung.
Auch Mercedes berichtete, dass alle Regeln bei der Verteilung der Spenden in ihrem Comedor eingehalten werden. Sie selbst ist für das Team verantwortlich, die Finanzen regelt Maria, die Tesorera (Schatzmeisterin).
 
Marita hat nochmal darauf hingewiesen, dass es uns wichtig ist, das über die Aufteilung ein Gremium entscheidet und nicht eine einzelne Person. Das hat bisher immer gut geklappt, deshalb haben wir auch ein großes Vertrauen und wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit dem zuständigen Pfarrer, der Damas Salesianas und der Grupo Aleman.
 
Padre Pedro versicherte nochmal, dass er höchsten Respekt von der Arbeit der Tesorera und der Grupo Aleman hat. Er führte nochmal aus, dass es bei der Verteilung auf die 4 Comedores unterschiedliche Rahmenbedingungen und zu betreuende Kinder gibt. Es gibt unterschiedliche Betreuungszeiten und Essensausgaben. Manchmal wird gekocht und manchmal gibt es nur kalte Speisen.
Neben den Spenden aus Lauf müssen noch weitere Mittel organisiert werden, um diese Kosten zu decken. Begonnen hat man ursprünglich  mit dem Comedor Juan Bosco, dann kam Puerto Nuevo noch dazu, jetzt sind es schon 4 Comedores. Deshalb erfolgte dann auch die Zusammenarbeit mit den Damas Salesianas.
 
Seitens des Perukreises Lauf wurde auch weiterhin die regelmäßige Unterstützung zugesagt, außerdem wollen wir Anfang 2021 noch eine zusätzliche außerplanmäßige Spende überweisen, dies soll vor allem die Ernährung der Kinder sicherstellen.
 
Nach über 2 Stunden Gesprächen , wurde der offizielle Teil der Sitzung abgeschlossen. Vorgeschlagen wurde, sich regelmäßig über das Medium Videokonferenz virtuell zu treffen. Es können unterschiedliche Themenschwerpunkte gesetzt werden. Dadurch kann in der kritischen Zeit der Pandemie ein gemeinsames Zusammengehörigkeitsgefühl angestrebt werden, was zum gegenseitigen Vertrauen führt.
 
Beendet wurde das gemeinsame Treffen mit dem gemeinsamen Beten des Vaterunsers, in Deutsch und Spanisch.
 
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen, es war gut, sich virtuell zu treffen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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